Wo wird der Brauch in OÖ gelebt?
Gesamt OÖ
Zeitraum:
25. November
Kategorie:
Kathrein stellt Pfluag und Tanz ein.
Merkvers
(Zitiert nach Commenda, Hans: Volkskunde der Stadt Linz an der Donau, Band 1. Linz 1958, S. 188)
Am 25. November gedenkt man der Hl. Katharina von Alexandrien, einer wichtigen Tagesheiligen für die Volkskultur, die als intellektuelle christliche Jungfrau zum Tod durch Rädern verurteilt wurde. Über ihr Leben ist nicht viel bekannt, außer dass sie ums Jahr 300 in Alexandrien das Martyrium erlitten hat. Der Überlieferung nach soll sie gerädert worden sein, das Rad brach aber entzwei und so wurde Katharina enthauptet. Engel sollen ihren Leichnam auf den Berg Sinai getragen haben, wo später das Katharinenkloster erbaut wurde.
Die Heilige Katharina zählt zu den 14 Nothelfern und ist Patronin der Frauen, Studenten, Lehrer, Redner, Gärber, Frisöre, Anwälte und Notare und sie hilft bei Migräne und bei Zungenkrankheiten.
Katharina ist ein der bekanntesten weiblichen Heiligen und im bekannten Merkvers „Barbara mitm Turm, Margaretha mitm Wurm und Katharina mitm Radl, des san die drei heilign Madln!“ verewigt.
Früher galt der Martinstag, der 11. November, als Beginn der Adventzeit, jener Fastenzeit mit Tanz- und Heiratsverbot. Heute heißt es „Kathrein stellt in Tanz ein!“ Der 25. November markiert den Beginn der vorweihnachtlichen Fastenzeit. Kathrein ist der letzte Tag für fröhliche Bälle und Tanzfeste. Landauf landab finden in den Tagen vor dem 25. November Kathreintänze statt. Der erste Beleg für ein solches Tanzfest kommt aus dem Jahr 1809 aus Wien. Die Kathreintänze in der heutigen Form sind eine Erfindung der Volkstanzbewegungen aus der Zwischenkriegszeit. Viele Volkstanzgruppen und Heimatvereine laden zu Kathreintänzen, bei denen einerseits unter Anleitung eines Tanzleiters Volkstänze und schwierige Figurentänze getanzt werden, andererseits aber auch Gelegenheit ist, einfache Walzer, Polka und Boarische zu tanzen.
Bekannte Kathreintänze sind der Salzkammergut Kathreintanz der Garde der Stadt Bad Ischl, der Kathreintanz der Siebenbürger Volkstanzgruppe Vöcklabruck, der Kathreintanz des Österreichischen Wandervogels in Linz, der Kathreintanz der Volkstanzgruppe Gramastetten und bis 2014 der Kathreintanz der Welser Rud.
Zu Kathrein selbst gilt auch ein Arbeitsverbot, das alle Räder betrifft. Die Frauen sollen nicht spinnen, die Wagen nicht fahren und die Mühlen nicht mahlen.
Koa Gimpi, koa Zeiserl geht eini in mei Häuserl …
Kathrein ist auch ein wichtiger Tag im Jahreslauf der Vogelfreunde Salzkammergut. Kaiser Rudolf II verfügte einst, dass Bürger und Bauersleute der „Jagd des kleinen Mannes“, also dem Vogelfang nachgehen durften, damit sie das Wildbret ungeachtet ließen, das dem Adel vorbehalten war. Der Vogelfang ist nun zum Brauchtum im Salzkammergut geworden und wurde im Jahr 2010 in die Liste der Immateriellen Kulturgüter der UNESCO aufgenommen. Gimpel, Zeisig, Kreuzschnabel und Stieglitz werden an den Sonntagen um Kathrein in verschiedenen Gasthäusern ausgestellt und die schönsten Exemplare gekürt. Die rund 500 Mitglieder des Verbandes der Vogelfreunde Salzkammergut gehen von Mitte September bis Kathrein auf Vogelfang und dürfen einen Singvogel pro Art zu Hause überwintern. Im Frühjahr werden die Vögel wieder in die freie Natur entlassen.
Vogelausstellungen finden am Kathreinsonntag, dem Sonntag nach dem 25. November, etwa in Ebensee und Bad Ischl statt.
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