Schon früh hat man sich in der finstersten Zeit des Jahres winterliches Grün in die Stuben geholt. Adventkranz und Christbaum sind zu selbstverständlichen Begleitern geworden, doch auch Advent- und Weihnachtsgestecke sowie Reisigkränze zierten die Häuser.
Weihnachtsgestelle sind um vieles älter als der Christbaum. Sie sind eine weitere Form der Dekoration, mit der man sich die heimelige Zeit in den warmen Stuben verschönert hat. Weihnachtsgestelle lassen sich bis in die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts zurückverfolgen. Apfel, Grün und Licht sind jene drei Symbole, die man dafür verwendet hat.
Die einfachste Form der Weihnachtsgestelle, die Dr. Helmuth Huemer vom Oberösterreichischen Heimatwerk einst verzeichnet hat, ist das Apfellicht. Dazu benötigt man einen rotbackigen Apfel, den man polieren sollte, damit er schön glänzt. Mit einem Kernhausausstecher lässt sich an der Oberseite des Apfels einfach ein Loch ausstechen, sodass man eine rote Kerze hineinstellen kann. Rund um die Kerze sticht man noch Tannenzweige in den Apfel und schon hat man eine wunderschöne Tischdekoration gefertigt.
Ein naher Verwandter des Apfellichts ist der „Putzapfel“: Dafür stellt man das fertig gebastelte Apfellicht auf ein Dreibein, wobei man drei runde Holzstäbchen an der Unterseite des Apfels anbringt.
Solche Apfellichter kann man mit Hilfe von kleinen, runden Holzstäbchen zu ganzen Pyramiden erweitern. Für die einfache Variante benötigt man vier Apfellichter, wovon man drei als Unterbau verwendet, sie mit Stäbchen verbindet und als Krönung in den ersten Stock ein weiteres Apfellicht setzt, das von drei Stäbchen gestützt wird. In feineren Ausführungen verwendete man für diese Weihnachtsgestelle auch bemalte oder gar kerbgeschnitzte Holzstäbchen. Um die Weihnachtspyramide noch zu verschönern, kann man auf die Holzspießchen auch Dörrzwetschgen eng aneinander aufspießen. Das Tannengrün kann außerdem mit Buchszweigen variiert werden. Bei der Ausgestaltung dieser winterlichen Dekoration ist der Fantasie keine Grenze gesetzt.
Die Weihnachtspyramide stammt wahrscheinlich aus Norddeutschland und ist im 19. Jahrhundert über das Erzgebirge und den Böhmerwald ins Mühlviertel gewandert.
Siehe auch: Adventdekoration, Adventkranz
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